Beliebte Marken von Activision Blizzard werden weiterhin auf PlayStation fortgesetzt, neue Store-Regeln sollen mehr Freiheiten für Entwickler bieten



Microsoft hat neue Regeln für seinen App-Store aufgestellt, um Fairness, Transparenz und Wahlfreiheit zu fördern. Diese Ankündigung folgt als Reaktion auf den Digital Markets Act (DMA) der Europäischen Union. Mit diesem Gesetz soll ein Gleichgewicht zwischen dem sogenannten “Gatekeeper” sowie den von ihnen abhängigen Dienstleistern und Nutzern sichergestellt werden. Damit will das Unternehmen außerdem eventuelle Bedenken des amerikanischen Kartellamts FTC (wir berichteten) ausräumen und den Weg zur Genehmigung der Übernahme von Activision Blizzard erleichtern.

Denn durch diesen Deal steht die Frage im Raum, ob Microsoft dadurch ein Monopol erreichen würde. Die neuen Regeln sind ein Zugeständnis seitens Microsoft und sollen Kompromissbereitschaft signalisieren. Im Blog-Beitrag zu den neuen App-Store-Regeln bestätigte Microsoft-Präsident Brad Smith zusätzlich, dass beliebte Activision-Blizzard-Spiele wie z.B. Call of Duty weiterhin auch über bestehende Vereinbarungen hinaus auf anderen Konsolen wie der PlayStation angeboten werden sollen. Auch Nintendos Switch-Konsole wurde in diesem Zusammenhang erwähnt. Sie soll zukünftig weiterhin als Plattform für Titel von Activision Blizzarddienen.

Weiterhin wurde in den neuen Regeln verankert, dass Microsoft seine eigenen Apps an die gleichen Standards halten wird, die es für die Apps von Drittanbietern verwendet, damit alle unter gleichen Bedingungen konkurrieren können. Microsoft sagt außerdem, dass es alle Apps im Microsoft Store gleich behandeln wird und seine eigenen Apps bei Rankings und Werbeaktionen nicht “unangemessen” bevorzugt. Die Regeln für die Vermarktung und Bewerbung von Apps im Microsoft Store werden ebenfalls klar und transparent sein.

Eine der wichtigsten Regeln ist aber, dass Entwicklern erlaubt ist, ihre eigenen Zahlungssysteme für In-App-Käufe zu verwenden. Dadurch wird es Entwicklern möglich sein, eigene Bezahlwege zu implementieren, ohne die üblichen 30 Prozent Provision an Microsoft zu zahlen. Diese Änderung ist zwar nicht neu, da Studios schon seit letztem Jahr eigene Bezahlmöglichkeiten im Windows Store einsetzen können, diesmal verpflichtet sich Microsoft aber öffentlich dazu, diese Regelung dauerhaft einzuhalten. Anders als bei Apples iOS oder Googles Android macht es Windows weiterhin möglich Anwendungen aus anderen App Stores zu beziehen und wird nicht den eigenen App-Store aufzwingen.

Das alles gilt aber bisher nur für den Windows-Store. Für den Store auf den Xbox-Konsolen gelten die neuen Regeln nämlich (noch) nicht. Studios müssen für ihre Spiele dort vorerst immer noch die von Microsoft vorgegebenen Bezahlwege verwenden und auch die 30 Prozent Provision zahlen. Im Blog-Post heißt es aber, dass diese Lücke geschlossen werden soll und in Zukunft auch auf Xbox-Konsolen alternative Bezahlwege zur Verfügung stehen dürfen.