Übernahme von Activision Blizzard wird von der Kartellbehörde FTC überprüft



Die Bekanntgabe über die geplante Übernahme von Activision Blizzard durch Microsoft hat für jede Menge Wirbel in der Spiele-Branche gesorgt. Nun ist u.a. über Bloomberg bekannt geworden, dass der geplante Deal wohl von der amerikanischen FTC (Federal Trade Comission) untersucht werden soll, der US-Variante des Bundeskartellamtes. Die FTC wird nun anstatt des Justizministeriums beurteilen, ob der Deal dem Wettbewerb zu stark schaden würde. Die beiden Behörden teilen sich die Zuständigkeit bei der Überprüfung von Übernahme-Deals. In der Regel wird von Fall zu Fall individuell entschieden, welche der beiden die Untersuchung übernimmt.

Die Vorsitzende der FTC setzt sich schon lange für strengere Richtlinien bei der Überprüfung solcher Fusionen ein, besonders wenn es um die Akquise durch Tech-Giganten wie Microsoft geht. Während ihrer Amtszeit hat die FTC gleich zweimal geklagt, um große Fusionen zu verhindern. Darunter befindet sich auch der Deal zwischen Nvidia und dem Chip-Entwickler Arm. Zum aktuellen Zeitpunkt gibt es weder von Microsoft noch von der FTC einen Kommentar zu den laufenden Untersuchungen.

Die Ermittlung wird sich auf die Kombination von Activions-Gaming-Portfolio mit Microsofts Konsolen und Hardware-Systemen konzentrieren. Dabei wird besonders darauf geachtet werden, inwiefern der Deal Rivalen schaden könnte, wenn der Zugang zu den größten Spielen des Unternehmens limitiert wird. Die Untersuchung durch die FTC basiert auf dem amerikanischen “antitrust law”. Während des Prozesses, der sogenannten “Merger Review”, wird vor allem geprüft, ob die Fusion für “nachhaltig weniger Wettbewerb” sorgen wird. Mit wenigen Ausnahmen wird dieses Verfahren bei allen Deals angewendet, die die Grenze von 101 Millionen US-Dollar überschreiten.

Nach der Ankündigung einer Fusion müssen beide Parteien, hier Microsoft und Activision Blizzard, 30 Tage warten. Es gibt mehrere Möglichkeiten, wie entschieden werden kann. Entweder kann die Behörde die Wartezeit verkürzen oder sie auslaufen lassen. In beiden Fällen kann die Übernahme wie geplant stattfinden. Sollten in der ersten Überprüfung jedoch Zweifel aufkommen, so kann die Dauer der Ermittlung um 30 weitere Tage verlängert und weitere Informationen durch die Behörde eingefordert werden.